Rhein-Zeitung vom 7. Februar 2011
Bad Neuenahr-Ahrweiler – „Wir werden am Abend des Wahlsonntags mit einem zweistelligen Ergebnis im Kreis Ahrweiler belohnt werden.“ Überaus optimistisch gaben sich Christina Steinheuer und Jessica Frömbgen, die beiden Spitzenkandidatinnen der FDP im Kreis Ahrweiler, beim Kreisparteitag der Liberalen in Bad Neuenahr-Ahrweiler Sollte sich die persönliche Prognose der beiden jungen Frauen bewahrheiten, dann würden ihre Ergebnisse über dem Wert auf Landesebene liegen. Den schätzen die beiden Politikerinnen nämlich unisono auf eher magere sieben Prozent ein.
Mager war auch die Beteiligung beim Kreisparteitag am Samstag im Giffels-Hotel „Goldener Anker“. Von den rund 180 Parteimitgliedern im Kreis Ahrweiler hatten sich gerade einmal 34 auf den Weg gemacht. Und dass, obwohl neben dem Rechenschaftsbericht des Kreisvorsitzenden Ulrich van Bebber auch Neuwahlen zum Kreisvorstand sowie die Rede des Fraktionsvorsitzenden der FDP im rheinland-pfälzischen Landtag, Herbert Mertin, auf der Tagesordnung standen.
Und auch Mertin, Frontmann der Liberalen im Land, blickt positiv auf den 27. März, dem Tag der Wahlentscheidung: „Die Stimmungslage hat sich seit der Jahreswende deutlich für die FDP verbessert. Ich werde, trotz der derzeitigen Umfragewerte nicht nervös. Das überlasse ich dann doch lieber der SPD und der CDU“, zeigte sich Mertin kämpferisch und führte weiter aus: „Die beiden großen Parteien hätten mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen. Sei es die Billen-Affäre bei der CDU oder das wirtschaftliche Missmanagement der SPD-Alleinregierung.
Für Mertin kommt es deshalb darauf an, die eigenen Schwerpunkte hervorzuheben. Und diese liegen laut Mertin im Ausbau der Verkehrswege als „Kraftadern“ des Landes ebenso wie in der Reduzierung des Bahnlärms im Rheintal. „Wir haben nichts vom Weltkulturerbe Rheintal, wenn in 20 Jahren wegen des Lärms dort niemand mehr wohnt“, meinte Mertin. Zum Thema „Schule und Bildung“ erklärte Mertin: „Die Grünen sprechen sich für die Abschaffung der Schulnoten sowie das Sitzen-bleiben aus. Wir nicht!“.Auch Kreisvorsitzender Ulrich van Bebber nahm die Ökopartei ins Visier: „Wir müssen verhindern, dass die Grünen an die Regierung kommen. Die versprechen nämlich allzu gerne eine heile Welt. Sie vergessen dabei allerdings zu erwähnen, wer das bezahlen soll. Nämlich einmal mehr der Mittelstand.“ Die FDP steht nach Aussage van Bebbers für Vielfalt, die sich auch in einem differenzierten Schulangebot im Kreis Ahrweiler zeige.
Kommunalpolitisch verteidigte van Bebber nochmals die von der FDP mitgetragene Erhöhung der Kreisumlage. SPD und FWG hätten dagegen auf billigen Populismus gesetzt und gegen die Anhebung gestimmt. „Allerdings haben weder FWG noch SPD eine Alternative genannt, um das Defizit im Kreishaushalt zu verkleinern“, so van Bebber. Er und sein Vorstand können sich ganz offensichtlich auf die Rückendeckung innerhalb der Partei verlassen. Sowohl die einstimmige Entlastung des Vorstandes als auch die Neuwahl des Führungsgremiums auf Kreisebene sprechen dafür.
Bericht des General Anzeigers: Bericht GA Kptg2011 20110207




